Liesel Willems auf der Spur ihres Vaters – Lesung im Garten der Villa

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Wie setzt man sich mit einem Gegenüber auseinander, das nicht mehr befragt werden kann? Im Roman „Nachsicht“ geht Liesel Willems, Krefelder Schriftstellerin und Trägerin des Niederrheinischen Literaturpreises, der Spur ihres Vaters nach – mit dem sie selbst nur zwölf Jahre verbracht hat. Sie erzählt von seiner Jugend, besucht Orte, an denen er bei der Wehrmacht stationiert war. Sie tritt mit ihm ins Gespräch und stellt Fragen, die viele ihrer Generation den Eltern stellen wollen – wissend, dass sie keine Antworten bekommen kann. Sie besucht Archive und Gedenkstätten und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Und sie begegnet der Sorge, dass auch die Nachsicht nicht schützt vor dem, was wieder kommen könnte, angesichts radikaler Tendenzen und dem Infragestellen demokratischer Strukturen.